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| Glossar Druckgraphik |
MezzotintoKunstgeschichte: Um 1640 von Ludwig von Siegen erfunden, danach besonders von Rupprecht Prinz von der Pfalz ausgeübt und verbessert, seit 1656 von Wallerant Vaillant in Antwerpen und Amsterdam zur künstlerischen Reife entwickelt. Rupprecht führte die Technik in England ein, wo sie auf ein hohes handwerkliches Niveau gelangte und als english manner bzw. Manière anglaise auf die kontinentale Schabkunst einwirkte. Bis in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts vorwiegend für Gemäldereproduktionen und Porträts im Gebrauch; in der Künstlergraphik des 20. Jahrhunderts wieder gelegentlich angewendet. Verfahren: Vor der Bearbeitung zum Bildträger wird die
Kupferplatte mit einem gezähnten Wiegemesser vollständig aufgerauht; der
Schabkünstler führt dieses in regelmässiger Bewegung waagrecht, senkrecht
und diagonal über das Metall. Anschliessend glättet er jene Stellen der
gezähnten Oberfläche, welche im Druck hell bleiben, mithin wenig Farbe
annehmen sollen, mit dem Schaber oder Polierstahl; je intensiver er die
aufgerauhte Fläche blank schabt, um so heller wird sie erscheinen. Der
Graphiker gestaltet hier vom Dunkeln ins Helle. Für die lineare Zeichnung
wird die Platte meist noch mit Grabstichel oder der Radiernadel überarbeitet.
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