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| Glossar Druckgraphik |
AquatintaKunstgeschichte: In den frühen 1760er Jahren von Johann Adam Schweickart und Andrea Scacciati in Florenz, Per Gustaf Floding und Jean-Baptiste Le Prince in Paris entwickelt; die Erfindung wird allgemein dem letzteren zugeschrieben. Seit den 1780er Jahren für Meisterblätter (Goya) und Reproduktionsgraphik zumal in der Buchillustration ein Jahrhundert lang angewendet und verbreitet. Neuer Aufschwung im 20. Jahrhundert vor allem durch Picasso. Verfahren: In der Praxis fast immer mit Radierung, zum
Teil mit Grabstichelarbeit kombiniert. Die blanke oder partienweise mit
Deckfirnis (Asphaltlack oder Wachs) bestrichene Kupferplatte, auf der
die Umrisse der Zeichnung meist vorradiert sind wird mit feinstem säurefestem
Staub von Asphalt, Harz oder Kolophonium gleichmässig bestreut. Dieser
pulverisierte Ätzgrund (Harzflor) zerschmilzt beim anschliessenden Erwärmen
der Platte zu einer netzartigen, mehr oder weniger porösen Schicht. Die
Radiernadel zeichnet darauf wie bei einer Radierung, ohne das Metall zu
verletzen. Im anschliessenden Säurebad wird dieses durch die poröse Schicht
umd an den linear freigelegten Stellen je nach Dauer flacher oder tiefer
geätzt. Das durch die Säure (aqua fortis) ausgebildete Furchennetz
ist so fein und engmaschig, dass die daraus druckende Farbe flächenhaft
wirkt und in einem Halbton (tinta) erscheint. (Bezeichnung Aquatinta
seit 1775) Die Abstufungen des Flächentons erzielt man analog der Radierung
durch unablässige Wiederholung des Vorgangs bis zur endgültigen Form der
Zeichnung: partienweise mit Deckfirnis neu beschichten und wiederum ätzen;
Kontrolle durch Zustandsdrucke.
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